Widerspruch Reha – Dieser Generator wird Dir helfen

Widerspruch RehaDu hast einen Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme gestellt. Doch statt einer Zusage teilt Dir Deine Krankenkasse oder die Deutsche Rentenversicherung mit, dass Dein Rehaantrag abgelehnt wurde. Diese Entscheidung mag Dich im ersten Moment enttäuschen, traurig stimmen oder ärgern – akzeptieren musst Du sie aber nicht. Stattdessen kannst und solltest Du Widerspruch einlegen. In vielen Fällen sind Widersprüche erfolgreich und die zunächst abgelehnten Rehamaßnahmen werden im zweiten Anlauf doch noch genehmigt.

Widerspruch Generator Reha

Es kann passieren, dass Dein Antrag auf eine Reha abgelehnt wird. Oder dass der Kostenträger eine Rehabilitationseinrichtung auswählt, mit der Du nicht einverstanden bist. In beiden Fällen musst Du die Entscheidung nicht stillschweigend hinnehmen, sondern kannst Dich durch einen Widerspruch wehren. Der folgende Generator hilft Dir dabei, Deinen Widerspruch zu formulieren.

Anrede:

  Sehr geehrte Damen und Herren,

  Sehr geehrte Frau [Sachbearbeiterin],

  Sehr geehrter Herr [Sachbearbeiter],

Einleitung:

  am [Datum] habe ich eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme beantragt. Meinen Antrag haben Sie mit Bescheid vom [Datum] abgelehnt. Gegen diesen ablehnenden Bescheid lege ich hiermit Widerspruch ein.

  mit Bescheid vom [Datum], mir zugegangen am [Datum], lehnen Sie meinen Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme ab. Mit dieser Entscheidung bin ich nicht einverstanden.

  hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom [Datum] ein, in dem Sie erklären, dass meinem Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme nicht entsprochen werden kann.

  Ihr Bescheid wegen Ablehnung der von mir beantragten stationären Rehabilitationsmaßnahme, erlassen am [Datum], ist mir am [Datum] zugegangen. Da ich mit dieser Entscheidung nicht einverstanden bin, lege ich hiermit Widerspruch gegen den genannten Ablehnungsbescheid ein.

  ich wende mich wegen Ihres Bescheids vom [Datum] an Sie. In diesem Bescheid informieren Sie mich darüber, dass mein Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme vom [Datum] bewilligt wurde. Die Maßnahme soll in [Name und Anschrift der Einrichtung] durchgeführt werden. Hiergegen lege ich jedoch Widerspruch ein.

Hauptteil:

  Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie Sie zu der Einschätzung gelangen, dass bei mir keine Rehabilitationsbedürftigkeit vorliege. Bereits im Rahmen des Antrags habe ich ausführlich erläutert, in welchem Ausmaß mich meine Erkrankung an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt. Die Dokumentation der bislang durchgeführten Behandlungen und Therapien sowie die Stellungnahmen meiner behandelnden Ärzte zeigen auf, dass eine stationäre Rehabilitation angezeigt und notwendig ist, da eine ambulante Versorgung in meinem Fall keine ausreichenden Erfolge erwarten lässt.

  Sie begründen Ihre Entscheidung im Wesentlichen damit, dass es genügend ambulante Maßnahmen gäbe, die vor Ort durchgeführt werden könnten, und daher keine Notwendigkeit für eine stationäre Maßnahme gegeben sei. Diese Auffassung teile ich nicht. Aus den Stellungnahmen und Gutachten, die ich bereits im Zuge der Antragsstellung eingereicht habe, geht eindeutig hervor, dass die verfügbaren ambulanten Therapiemöglichkeiten bereits voll ausgeschöpft wurden. Gleichzeitig belegen aktuelle Bescheinigungen meiner behandelnden Ärzte, dass die vor Ort verfügbaren Behandlungs- und Therapiemethoden nicht ausreichen, um meinen Gesundheitszustand zu verbessern, meine Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und meine Arbeitskraft zu erhalten.

  In Ihrer Begründung führen Sie aus, dass eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme nur dann bewilligt werden kann, wenn eine ausreichende Aussicht darauf besteht, dass die Rehabilitationsziele erreicht werden können. Diese Erfolgsaussichten wären in meinem Fall nicht gegeben. In seiner/ihrer Stellungnahme hat mein Arztes/meine Ärztin [Name] jedoch ausgeführt, dass gerade die interdisziplinären Diagnoseverfahren und Therapieansätze in einer Rehabilitationseinrichtung der maßgebliche Schlüssel für die Verbesserung meines Gesundheitszustandes und den Erhalt meiner Leistungsfähigkeit sein können.

  Sie lehnen meinen Antrag aus versicherungsrechtlichen Gründen ab und verweisen darauf, dass seit meiner letzten stationären Rehabilitationsmaßnahme weniger als vier Jahre vergangen sind. Gleichzeitig erklären Sie, dass Sie aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit für eine vorzeitige Maßnahme sehen. Diese Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen. Aus den Ihnen vorliegenden ärztlichen Stellungnahmen, Gutachten und Untersuchungsergebnissen ist ersichtlich, dass sich mein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert hat. Überdies sind zusätzlich zu den bereits vorhandenen Beschwerden weitere Leiden hinzukommen, so dass meine Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, massiv eingeschränkt sind. Aus den Stellungnahmen geht ebenfalls hervor, dass eine Verbesserung meines Gesundheitszustand durch ambulante Therapien nicht erzielt werden kann. Stattdessen sind die interdisziplinären Ansätze, die eine Rehabilitationseinrichtung kennzeichnen, dringend angezeigt.

  Das Leistungsspektrum der von Ihnen ausgewählten Heilstätte umfasst die speziellen Therapien, die unter Berücksichtigung meiner Indikation notwendig sind, nicht. Insofern ist ein erfolgreiches Erreichen der Rehabilitationsziele in dieser Einrichtung nicht zu erwarten. Daher möchte ich von meinem Wunsch- und Wahlrecht gemäß § 9 SGB IX Gebrauch machen und die Durchführung der Rehabilitationsmaßnahme in [Name und Anschrift der Einrichtung] vorschlagen. Alternativ könnte die Maßnahme auch in [Name und Anschrift der Einrichtung] stattfinden. Mein/meine behandelnde/r Arzt/Ärztin [Name] hat bestätigt, dass die notwendige Therapie in den vor mir genannten Einrichtungen gewährleistet und somit auch entsprechend gute Erfolgsaussichten gegeben sind. Diese Stellungnahme liegt meinem Widerspruchsschreiben in Kopie bei.

Schlussteil:

  Daher erfolgt mein Widerspruch zunächst fristwahrend. Gleichzeitig beantrage ich hiermit Akteneinsicht gemäß § 25 Abs. 1 SGB X. Bitte lassen Sie mir Kopien von sämtlichen Unterlagen, einschließlich der Stellungnahmen des MDK, die Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung herangezogen haben, zukommen. Nach Erhalt der angeforderten Unterlagen werde ich unaufgefordert und zeitnah eine ausführliche Begründung meines Widerspruchs nachreichen.

  Ich bitte daher, Ihre Entscheidung noch einmal zu prüfen. Sofern Sie meinem Widerspruch nicht abhelfen sollten, behalte ich mir vor, Akteneinsicht gemäß § 25 Abs. 1 SGB X zu beantragen und eine weitergehende Widerspruchsbegründung einzureichen. In diesem Fall bitte ich um kurze Mitteilung.

  Bitte überprüfen Sie meinen Antrag sowie die bereits vorhandenen und neu hinzugekommenen Arztberichte erneut. Für den Fall, dass Sie bei Ihrer Entscheidung bleiben sollten, beantrage ich Akteneinsicht auf Grundlage von § 25 Abs. 1 SGB X. Bitte schicken Sie mir sämtliche Unterlagen, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigt haben, in Kopie zu, einschließlich der Stellungnahmen des MDK. Sofern notwendig, werde ich dann meinen Widerspruch weitergehend begründen.

  Ich fordere Sie daher auf, Ihre Entscheidung unter Berücksichtung aller ärztlichen Unterlagen und meiner persönlichen Stellungnahmen nochmals zu prüfen.

  Ich bitte daher, die von mir geäußerten Wünsche zu berücksichtigen und die Zuweisung der Rehabilitationseinrichtung entsprechend zu ändern. Sofern Sie keine Heilstättenänderung vornehmen oder zu der Entscheidung kommen, dass die Rehabilitationsmaßnahme in keiner der von mir genannten Einrichtungen durchgeführt werden kann, lassen Sie mir bitte eine schriftliche Stellungnahme mit Begründung zukommen.

Grußformel:

  Mit freundlichen Grüßen, [Unterschrift]

  Mit freundlichem Gruß, [Unterschrift]

Mustervorlage: Widerspruch Reha

Name
Anschrift

Krankenkasse oder Rentenversicherung
Anschrift

Ort, den Datum

Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom (Datum)
Versichertennummer/Sozialversicherungsnummer: _________________________
Aktenzeichen: ____________________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bescheid vom (Datum), mir zugegangen am (Datum), teilen Sie mir mit, dass Sie meinen Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme ablehnen.

Ihre Entscheidung begründen Sie im Wesentlichen damit, dass ____ (Wiederhole, welche Ablehnungsgründe in dem Bescheid genannt sind; z.B. ich Ihrer Meinung nach nicht rehabilitationsbedürftig/rehabilitationsfähig sei, die Erfolgsaussichten einer Rehabilitationsmaßnahme in meinem Fall nicht ausreichend wären, usw.) _________
Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie Sie zu einer solchen Einschätzung kommen. Daher beantrage ich hiermit Akteneinsicht gemäß § 25 Abs. 1 SGB X. Bitte lassen Sie mir Kopien von allen Unterlagen, die Sie für Ihre Entscheidung herangezogen haben, zukommen.

Mein Widerspruch erfolgt zum aktuellen Zeitpunkt fristwahrend. Die Begründung meines Widerspruchs werde ich mit separatem Schreiben nach Erhalt und Durchsicht der angeforderten Unterlagen einreichen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift

Mögliche Gründe für eine Ablehnung Deines Rehaantrags

Möchtest Du eine Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nehmen, stellst Du einen entsprechenden Antrag. Diesen Antrag kannst Du selbst einreichen oder Dein behandelnder Arzt kann dies für Dich übernehmen. Dein Antrag wird daraufhin vom zuständigen Kostenträger geprüft. Der Kostenträger ist, je nach Ausgangssituation, in den meisten Fällen entweder Deine Krankenkasse oder die Deutsche Rentenversicherung. Seine Entscheidung teilt Dir der Kostenträger in einem schriftlichen Bescheid mit. Wird Deine Reha nicht genehmigt, sind in dem Bescheid die Gründe für die Ablehnung genannt. Dabei kommen grundsätzlich folgende Ablehnungsgründe in Frage:

  • Es liegt keine Rehabilitationsbedürftigkeit vor. Du bist dann nicht rehabilitationsbedürftig, wenn Dich Deine Erkrankung nicht oder kaum daran hindert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oder wenn es genug andere Behandlungsmöglichkeiten und ambulante Therapien gibt, auf die zurückgegriffen werden kann.
  • Es liegt keine Rehabilitationsfähigkeit vor. Lässt Deine körperliche oder seelische Verfassung nicht zu, dass Du an einer Reha teilnimmst, bist Du nicht rehabilitationsfähig. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Du nicht motiviert oder nicht ausreichend belastbar bist.
  • Es besteht wenig Aussicht auf einen Erfolg der Rehabilitation. Eine Reha hat zum Ziel, Deine Arbeitskraft wiederherzustellen oder zu erhalten. Außerdem soll sie dafür sorgen, dass sich Dein Gesundheitszustand verbessert oder zumindest nicht weiter verschlimmert. Wird die Rehabilitationsmaßnahme diese Ziele wahrscheinlich nicht erreichen können, wird Dein Rehaantrag abgelehnt.
  • Es besteht akute Behandlungsbedürftigkeit. Dies ist der Fall, wenn Du so krank bist, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist.
  • Die Bewilligung ist aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht möglich. Damit eine Reha bewilligt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So musst Du beispielsweise eine bestimmte Zeit lang Pflichtbeiträge in die Kranken- oder Rentenversicherung einbezahlt haben. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, wird Dein Antrag aus versicherungsrechtlichen Gründen abgelehnt.

Stellt sich heraus, dass ein anderer Kostenträger zuständig ist, wird Dein Antrag an die entsprechende Stelle weitergeleitet. Hast Du die Reha beispielsweise bei Deiner Krankenkasse beantragt, tatsächlich ist aber die Rentenversicherung zuständig, wird Dein Antrag also nicht abgelehnt, sondern dorthin geschickt. Du wirst darüber schriftlich informiert.

 

Widerspruch gegen die Ablehnung der Reha einlegen

Teilt Dir der Kostenträger mit, dass Deine Reha abgelehnt wurde, kannst Du gegen den Bescheid Widerspruch einlegen. Hierfür hast Du einen Monat lang Zeit. Dein Widerspruch muss entweder schriftlich erfolgen oder zur Niederschrift erklärt werden. Zur Niederschrift bedeutet, dass Du persönlich zu dem Kostenträger gehst und Deinen Widerspruch dort aufschreiben lässt. Setzt Du Dein eigenes Schreiben auf, musst Du keine bestimmten Formvorgaben beachten.  Es reicht also aus, wenn Du Deine Daten und Angaben zum Bescheid nennst und erklärst, dass Du mit der Entscheidung nicht einverstanden bist.  Sinnvoll ist außerdem, Deinen Widerspruch zu begründen. Führst Du nicht aus, warum die Entscheidung aus Deiner Sicht falsch ist und warum Deine Reha genehmigt werden soll, wird der Kostenträger nämlich vermutlich keinen Anlass sehen, seine Entscheidung zu ändern.

Damit Du Deinen Widerspruch plausibel begründen kannst, musst Du aber zunächst einmal wissen, warum der Kostenträger überhaupt gegen Deine Reha entschieden hat. Deshalb solltest Du zunächst nur Deinen Widerspruch erklären, um die Frist zu wahren. Gleichzeitig solltest Du Akteneinsicht beantragen. Akteneinsicht heißt, dass Dir der Kostenträger alle Unterlagen und Akten, die er bei seiner Entscheidung berücksichtigt hat, zeigen muss. Dieses Recht leitet sich aus § 25 Abs. 1 SGB X ab. Liegen Dir die Unterlagen vor, kannst Du die Infos verwerten, um Deinen Widerspruch zu begründen. Gleichzeitig solltest Du Deinen Arzt oder mehrere behandelnde Ärzte um ein Schreiben bitten, in dem die medizinische Notwendigkeit der Reha noch einmal begründet und bestätigt wird. Die ärztlichen Stellungnahmen und eventuell weitere Gutachten und Unterlagen reichst Du dann zusammen mit Deiner Begründung ein.

 

Wenn auch der Widerspruch abgelehnt wird

Einspruch RehabilitationsantragIst Dein Widerspruch eingegangen, muss der Kostenträger seine Entscheidung noch einmal prüfen. Stellt sich heraus, dass Dein Widerspruch begründet war, wird er ihm abhelfen. Das heißt für Dich, dass Deine Reha doch noch bewilligt wird. Bleibt der Kostenträger bei seiner Entscheidung, wird Dein Widerspruch an die Widerspruchsstelle weitergeleitet. Auch hier wird der Sachverhalt erneut geprüft. Oft wird dabei angeordnet, dass Du zu einem Untersuchungstermin beim medizinischen Dienst erscheinen musst, damit ein weiteres Gutachten erstellt werden kann. Gibt die Widerspruchsstelle Dir Recht, muss der Kostenträger Deine Reha bewilligen. Gibt die Widerspruchsstelle dem Kostenträger Recht, wird ein Widerspruchsbescheid erlassen. Gegen diesen Widerspruchsbescheid kannst Du Dich wehren, indem Du vor dem Sozialgericht klagst. Auch für das Erheben einer Klage gilt eine Frist von einem Monat ab Zugang des Widerspruchsbescheids.

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