Mahnbescheid Widerspruch – So einfach geht das

Mahnbescheid WiderspruchZwischen Dir und einem Gläubiger besteht ein Schuldverhältnis. Dadurch bist Du verpflichtet, die vereinbarten Zahlungen zu leisten. Kommst Du dieser Verpflichtung nicht nach, hat Dein Gläubiger das Recht, seine Forderungen durchzusetzen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Forderungen auch tatsächlich berechtigt sind. Aber was tun, wenn Du die Schulden nicht zurückzahlen kannst? Oder wenn die Forderungen des Gläubigers gar nicht berechtigt sind? Und was ist, wenn Du einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommst?

Widerspruch Generator Mahnbescheid & Vollstreckungsbescheid

WiderrufsgeneratorHast Du einen Mahn- oder Vollstreckungsbescheid bekommen, liegt beiden Bescheiden ein Formular bei. Mit diesem Formular kannst Du gegen das Mahnverfahren Einspruch und gegen den Vollstreckungsbescheid Einspruch einlegen. Dazu musst Du das jeweilige Formular nur ausfüllen und unterschreiben. Beachte aber, dass Du nur zwei Wochen lang Zeit hast. Dein Wider- oder Einspruch muss also innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Bescheids bei Gericht eingehen. Begründen musst Du weder den Mahn- noch den Vollstreckungsbescheid. Vor allem beim Mahnbescheid ist es oft auch sinnvoller, zunächst auf die Begründung zu verzichten. Dazu später mehr. Möchtest Du begründen, warum Du mit dem erlassenen Bescheid nicht einverstanden bist, kannst Du eine der folgenden Formulierungen verwenden:

Begrüßung:

  Sehr geehrte Damen und Herren,

  Sehr geehrte Frau [Name]

  Sehr geehrter Herr [Name]

Einleitungssatz:

  Gegen den am [Datum] erlassenen Mahnbescheid lege ich Widerspruch ein. Diesen begründe ich wie folgt:

  Ich widerspreche dem am [Datum] erlassenen Mahnbescheid. Zur Begründung möchte ich folgendes anführen:

  Ich erhebe mit folgender Begründung Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid, der am [Datum] erlassen wurde:

  Gegen den am [Datum] erlassenen Vollstreckungsbescheid erhebe ich Einspruch, den ich wie folgt begründe:

Begründung:

  Herr/Frau/Unternehmen [Name] macht eine Gesamtforderung in Höhe von [Betrag] geltend. Auf eine solche Forderung besteht jedoch keinerlei Anspruch, denn zwischen dem Gläubiger und mir besteht weder eine Vertragsbeziehung noch hat jemals eine bestanden.

  Die von Herrn/Frau/Das Unternehmen [Name] geltend gemachte Forderung habe ich am [Datum] vollständig bezahlt. Anspruch auf jedwede weitere Zahlungen hat der Gläubiger nicht. Einen Zahlungsnachweis, der die geleistete Zahlung dokumentiert, lege ich als Anlage bei.

  Die geltend gemachte Forderung des Gläubigers Herr/Frau/Unternehmen [Name] ist in dieser Höhe nicht berechtigt. Ich habe am [Datum] eine Zahlung über [Betrag] Euro geleistet. Damit hat sich die Gesamtschuld auf [Betrag] Euro reduziert. Die Kostenanteile, die auf die überhöhte Forderung entfallen, sind insofern ebenfalls unbegründet.

  Ich habe mit Herrn/Frau/Das Unternehmen [Name] vereinbart, die Gesamtschuld in monatlichen Raten zu je [Betrag] Euro zu begleichen. An diese Vereinbarung habe ich mich gehalten und stets sichergestellt, dass die Raten pünktlich beim Gläubiger eingehen. Insofern steht dem Gläubiger die geltend gemachte Forderung über den Restbetrag samt Nebenforderungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu. Eine Kopie der Ratenzahlungsvereinbarung sowie Kontoauszüge, die meine Ratenzahlungen belegen, füge ich diesem Schreiben bei.

  Herr/Frau/Unternehmen [Name] hat keinerlei Ansprüche mir gegenüber. Vertragspartner des Gläubigers ist/war Herr/Frau [Name]. Die Forderung des Gläubigers ist somit nicht gegen mich geltend zu machen. Insofern ist auch der erlassene Bescheid nicht gerechtfertigt.

Beim Vollstreckungsbescheid außerdem:

  Zusammen mit einem Einspruch beantrage ich die vorläufige Einstellung der Zwangsvollstreckung.

  Rein vorsorglich beantrage ich hiermit überdies, die Zwangsvollstreckung vorläufig einzustellen.

  Hiermit stelle ich außerdem den Antrag auf Vollstreckungsschutz. Bitte stellen Sie die Zwangsvollstreckung ein, bis eine Entscheidung in der Sache vorliegt.

Grußformel:

  Mit freundlichem Gruß, [Unterschrift]

  Mit freundlichen Grüßen, [Unterschrift]

 

Wann der Gläubiger einen Mahnbescheid beantragen kann

Hast Du eine fällige Zahlung nicht geleistet, wird Dir der Gläubiger früher oder später eine Mahnung schicken. Meist wird er Dir darin auch eine Frist setzen, bis wann Du die Forderung begleichen sollst. Wenn Du weißt, dass Du nicht in der Lage sein wirst, die Zahlung pünktlich zu leisten, solltest Du Dich umgehend mit dem Gläubiger in Verbindung setzen. Meist wird sich so eine Lösung finden lassen, beispielsweise in Form einer Ratenzahlung. Dadurch kann man Geld durch das Mahnverfahren sparen. Bist Du der Meinung, dass die Forderung nicht berechtigt ist, solltest Du den Gläubiger ebenfalls kontaktieren, Deine Einwände äußern und um eine klärende Stellungnahme bitten.
  •  Zahlst Du trotz Mahnung nicht und reagierst Du auch sonst nicht auf die Mahnung, kann der Gläubiger einen Mahnbescheid beantragen.  Dazu wird sich der Gläubiger an das zuständige Amtsgericht wenden und ein entsprechendes Formular ausfüllen. Nach einer Prüfung wird das Gericht dann einen Mahnbescheid erlassen und Dir per Post zustellen.

 

Wie Du gegen den Mahnbescheid Einspruch erheben kannst

Mahnbescheid widersprechenEin gerichtlicher Mahnbescheid ist im Grunde genommen die offizielle Aufforderung, einen bestimmten Geldbetrag an den Gläubiger zu bezahlen. Du solltest deshalb zuerst prüfen, ob der Anspruch in der geforderten Form überhaupt besteht. Das bedeutet, Du solltest alle in Rechnung gestellten Kosten genau kontrollieren. Stellst Du fest, dass die Angaben des Gläubigers Fehler enthalten, zum Beispiel weil er bereits geleistete Teilzahlungen nicht berücksichtigt hat, überhöhte Verzugszinsen fordert oder unberechtigte Inkassokosten verlangt, solltest Du dem Mahnbescheid widersprechen. Gleiches gilt, wenn es sich um eine Forderung handelt, die Deiner Meinung nach überhaupt nicht besteht. Dabei kannst Du sowohl Deinen Einwand als auch einen Teilwiderspruch einlegen. Teilwiderspruch heißt, dass Du bestimmten Posten innerhalb der Forderung widersprichst. Bei einem normalen Widerspruch weist Du die gesamte Forderung zurück.

Um Einspruch einzulegen, hast Du ab der Zustellung des Mahnbescheids zwei Wochen lang Zeit. Du musst Deinen Einwand also innerhalb von 14 Tagen bei dem Gericht, das den Mahnbescheid erlassen hat, einreichen. Ein eigenes Schreiben musst Du dafür nicht aufsetzen. Dem Mahnbescheid liegt nämlich ein Widerspruchsformular bei. So sieht das Widerspruchsformular aus. Dieses Formular musst Du lediglich ausfüllen und an das Gericht zurückschicken. Begründen musst Du Deinen Einspruch nicht. Mitunter ist es sogar besser, keine Gründe für Deinen Einspruch anzugeben. Dazu gleich mehr. Vergiss aber auf keinen Fall, das Widerspruchsformular zu unterschreiben!

 

Warum es nicht immer sinnvoll ist, den Widerspruch zu begründen

Widerruf BegründungWenn ein Gläubiger einen Mahnbescheid beantragt, prüft das Gericht den Antrag zwar. Allerdings geht es bei der Prüfung in erster Linie um formale Aspekte. Das heißt, das Gericht prüft, ob der Antrag richtig ausgefüllt wurde und ob die Daten eingetragen wurden, die notwendig sind, um die Forderung samt Zinsen zu bestimmen. Das Gericht prüft aber nicht, ob der Gläubiger überhaupt einen berechtigten Anspruch hat und die geltend gemachte Forderung tatsächlich besteht. Bist Du der Meinung, dass der Mahnbescheid komplett oder zumindest in Teilen unberechtigt ist, solltest Du fristgerecht Einspruch einlegen.  Eine Begründung ist nicht notwendig.  Wenn es sich um eine Forderung handelt, von der Du sicher bist, dass sie so gar nicht besteht, ist es sogar ratsam, auf die Begründung zu verzichten. Dein Einspruch hat nämlich zur Folge, dass das bisherige Mahnverfahren unterbrochen wird. Möchte der Gläubiger seine Forderungen durchsetzen, muss er nun Klage erheben. Dabei muss er im Zuge des Gerichtsverfahrens den Nachweis erbringen, dass sein Anspruch in der geforderten Form und Höhe besteht.  Hierfür muss er dann auch Beweismittel wie beispielsweise Verträge, Rechnungen, Mahnungen, Ratenzahlungsvereinbarungen und Ähnliches vorlegen.  Stellt sich heraus, dass der Gläubiger keinen berechtigten Anspruch gegen Dich hat, wird nicht nur seine Forderung zurückgewiesen. Stattdessen muss der Gläubiger auch die Gerichtskosten übernehmen und sogar Deine Auslagen, die bei der Verteidigung gegen die unberechtigte Forderung entstanden sind, erstatten. Hier liegt dann auch der Grund dafür, dass unseriöse Unternehmen, die irgendwelche dubiosen Forderungen per Mahnbescheid eintreiben wollen, spätestens nach Deinem Einwand aufgeben. Den Nachweis, dass ein berechtigter Anspruch vorliegt, können Sie nämlich meist nicht führen und so werden sie auch nicht riskieren, die Kosten für ein Gerichtsverfahren übernehmen zu müssen. Weitere Informationen zum Thema Mahngericht, findest Du hier.

  • Aber Achtung: Wenn Du weißt, dass der Gläubiger zu Recht einen Mahnbescheid beantragt hat, solltest Du keinen Widerspruch einlegen! Das anschließende Gerichtsverfahren wird in diesem Fall nämlich zu seinen Gunsten entschieden werden. Für Dich heißt das, dass der Schuldenberg noch größer wird, weil Du dann auch noch die Gerichtskosten aufgebürdet bekommst.

 

Wie es nach dem Mahnbescheid weitergeht

Hast Du fristgerecht Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt, wird ein Gerichtsverfahren eröffnet, in dem über die Angelegenheit entschieden wird. Hast Du dem Mahnbescheid nicht widersprochen, geht das Gericht davon aus, dass Du die Forderung des Gläubigers anerkennst. Gleiches gilt, wenn Dein Einwand zu spät, also nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist eingeht. Der Gläubiger kann daraufhin einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Reagierst Du auch auf den Vollstreckungsbescheid nicht, wird dieser rechtkräftig. Der Gläubiger hat dadurch einen vollstreckbaren Titel und kann seine titulierten Forderungen durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wie eine Konto- oder Lohnpfändung eintreiben.