Widerspruch Abmahnung – Die sicherste Methode um zu widersprechen

Widerspruch AbmahnungHast Du gegen Regeln verstoßen, kann Dich Dein Arbeitgeber abmahnen. Die Abmahnung wird dann in Deine Personalakte aufgenommen und kann eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen, wenn sich das Fehlverhalten wiederholt. Allerdings musst Du eine Abmahnung nicht stillschweigend hinnehmen. Hältst Du die Abmahnung für nicht gerechtfertigt, hast Du nämlich mehrere Möglichkeiten, um dagegen vorzugehen und zu widersprechen.

Widerspruch Generator Abmahnung

Widerspruch Generator AbmahnungDu kannst hier innerhalb kürzester Zeit einen Widerspruch gegen Deine Abmahnung erstellen. Wirklich ganz einfach. Eine Abmahnung Deines Arbeitgebers ist ein Warnschuss, den Du unbedingt ernst nehmen solltest. Hältst Du die Abmahnung für unberechtigt oder willst Du die Sache richtigstellen, kannst Du aber einen Widerspruch mit einer Gegendarstellung verfassen. Der folgende Generator liefert Dir dafür alle wichtigen Textbausteine – Du musst dann nur noch Deine persönlichen Angaben ergänzen.

Anredeformel:

  Sehr geehrte Frau [Name],

  Sehr geehrter Herr [Name],

  Sehr geehrte Damen und Herren,

Einleitung:

  hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihre Abmahnung vom [Datum] ein. Gleichzeitig möchte ich mich zu den darin enthaltenen Vorwürfen äußern und die Sachlage richtigstellen.

  am [Datum] habe ich Ihre Abmahnung erhalten. Diese halte ich jedoch für nicht berechtigt.

  mit dem Schreiben vom [Datum] erteilen Sie mir eine Abmahnung. Der geschilderte Sachverhalt trifft aus meiner Sicht jedoch nicht zu.

Hauptteil, 1. Abschnitt:

  Sie beanstanden, dass ich [gerügte Pflichtverletzungen zitieren; z.B. im Zeitraum vom [Datum] bis [Datum] fünfmal zu spät zur Arbeit gekommen bin.].

  In Ihrer Abmahnung äußern Sie folgende Vorwürfe: [wörtlich oder sinngemäß wiederholen, was gerügt wird; z.B. Ich bin vom [Datum] bis zum [Datum] krankheitsbedingt ausgefallen. Statt mich unverzüglich krankzumelden, habe ich das ärztliche Attest erst am 4. Tag eingereicht.].

  Sie werfen mir vor, ich habe/wäre/sei [schildern, wie der Arbeitgeber den Sachverhalt darstellt; z.B. ich hätte am [Datum] eigenmächtig Feierabend gemacht. Frau/Herr [Name] hätte mich zuvor gebeten, länger zu bleiben und die Arbeit, die mir zugewiesen worden war, zu beenden. Ich hätte jedoch erwidert, dass ich keine Zeit hätte und er/sie dies selber machen müsse.].

Hauptteil, 2. Abschnitt:

  Aus meiner Sicht kam die Situation jedoch wie folgt zustande: [sachlich erklären, was vorgefallen ist; z.B. In dem besagten Zeitraum war mein Pkw kaputt. Daher musste ich auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Diese halten jedoch nicht immer den Zeitplan ein. Auf die Verspätungen habe ich aber keinen Einfluss. Zudem hatte ich meine Kollegen darüber informiert. Frau/Herr [Name] und Frau/Herr [Name] hatten sich bereiterklärt, etwas länger zu bleiben, falls ich mich verspäten sollte.].

  Von meinem Standpunkt aus stellt sich die Sachlage jedoch anders dar: [objektiv und ausführlich die eigene Sicht schildern; Es ist nicht richtig, dass ich mich nicht unverzüglich krankgemeldet habe. Ich habe noch vor Arbeitbeginn mit Frau/Herr [Name] telefoniert und ihr/ihm mitgeteilt, dass ich nicht kommen kann. Es ist nicht mein Verschulden, wenn diese Information nicht weitergeleitet wurde. Am Folgetag war ich beim Arzt und habe meine Krankmeldung unmittelbar nach dem Arztbesuch per Post verschickt. Auch auf die Laufzeiten habe ich jedoch keinen Einfluss.]

  Ihren Ausführungen stimme ich nicht zu. Vielmehr ist Folgendes vorgefallen: [genau angeben, was passiert ist; z.B. An besagtem Tag hatte ich einen wichtigen Termin. Dieser stand schon lange fest und Frau/Herr [Name] war darüber auch informiert. Wie Sie wissen, helfe ich immer aus, wenn Not am Mann ist. An diesem Tag musste ich jedoch pünktlich gehen. Einen flapsigen Kommentar, der auch so gemeint war, habe ich mit Sicherheit nicht von mir gegeben.].

  Ich bestreite nicht, dass [nennen, was an dem Vorwurf stimmt; z.B. ich am [Datum] zu spät erschienen bin, meine Krankmeldung verspätet abgegeben habe, es am [Datum] eine Auseinandersetzung mit Herr/Frau ______ gab]. Zu meiner Entschuldigung gibt es hierfür jedoch folgende Erklärung: [ausführen, wie und warum es zu der Situation kam].

Fazit:

  Die Pflichtverletzung, die Sie mir vorwerfen, liegt nicht vor.

  Da ich nicht gegen meine vertraglichen Pflichten verstoßen habe, ist Ihre Abmahnung nicht gerechtfertigt.

  Anders als von Ihnen dargestellt, habe ich mich nicht vertragswidrig verhalten.

  Entgegen Ihrer Schilderung können Sie mir kein schuldhaftes Verhalten vorwerfen.

Schlusssatz:

  Ich fordere Sie auf, Ihre Abmahnung zurücknehmen und umgehend aus meiner Personalakte zu entfernen. Sollten Sie an Ihren Vorwürfen festhalten, behalte ich mir vor, gerichtliche Schritte einzuleiten.

  Bei einer unberechtigten Abmahnung besteht der Anspruch auf die Rücknahme und die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte. Da dies hier der Fall ist, mache ich meinen Anspruch geltend. Sollten Sie meiner Aufforderung bis zum [Datum] nicht nachgekommen sein, werde ich mich an das zuständige Amtsgericht wenden.

  Ich fordere Sie auf, den Sachverhalt noch einmal zu prüfen. Bis dahin bitte ich, diese Gegendarstellung in meine Personalakte aufzunehmen.

  Ich habe den Betriebsrat über diese Angelegenheit informiert und dabei sowohl Ihre Abmahnung als auch mein Schreiben in Kopie an ihn weitergeleitet. Ich bin gerne bereit, den Sachverhalt in einem Gespräch unter Beisein eines Betriebsratsmitglieds zu klären.

Grußformel:

  Mit freundlichen Grüßen, [Unterschrift]

  Mit freundlichem Gruß, [Unterschrift]

Mustervorlage: Widerspruch bei Abmahnung

 

Arbeitnehmer
Anschrift

Arbeitgeber
Anschrift

 

Ort, den Datum

 

Widerspruch und Gegendarstellung zu Ihrer Abmahnung vom (Datum)

 

Sehr geehrte/ Frau/Herr (Name),

am (Datum)habe ich eine schriftliche/mündliche Abmahnung von Ihnen erhalten. Diese Abmahnung halte ich jedoch für nicht gerechtfertigt.

In der Abmahnung werfen Sie mir folgende/n Pflichtverletzung/en vor:

_________________________________________________________
(Wiederholen, welches Fehlverhalten in der Abmahnung beanstandet wurde.)

Der Sachverhalt kam aus meiner Sicht jedoch wie folgt zustande:

_________________________________________________________
(Erklären, wie es zu dem Vorfall kam; Wichtig: unbedingt sachlich formulieren.)

Anders als in der Abmahnung dargestellt, habe ich meine Pflichten somit nicht verletzt. Ich fordere Sie daher auf, die ungerechtfertigte Abmahnung zurückzunehmen und aus meiner Personalakte zu entfernen. Sollten Sie an Ihrer Darstellung festhalten, werde ich mich gezwungen sehen, gerichtliche Schritte einzuleiten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift

 

Was ist eine Abmahnung?

Das Arbeitsverhältnis zwischen Dir und Deinem Arbeitgeber basiert auf einem Arbeitsvertrag. Aus diesem Arbeitsvertrag ergeben sich euren gegenseitigen Rechte und Pflichten. Verstößt Du gegen Deine Pflichten oder verletzt Du bestimmte Regeln, kann Dich Dein Arbeitgeber deswegen abmahnen. Dabei gibt es drei wesentliche Funktionen, die eine Abmahnung erfüllt:

 1.) Die Abmahnung hat eine Rügefunktion.  Rügefunktion bedeutet, dass Dich Dein Arbeitgeber auf eine Pflichtverletzung aufmerksam macht und Dein Fehlverhalten beanstandet.

 2.) Die Abmahnung hat eine Warnfunktion.  Durch die Abmahnung verwarnt Dich Dein Arbeitgeber. Gleichzeitig droht er Dir arbeitsrechtliche Konsequenzen an, wenn sich Dein Fehlverhalten wiederholen sollte. Meist wird er dabei für den Wiederholungsfall die Kündigung in Aussicht stellen.

 3.) Die Abmahnung hat eine Dokumentationsfunktion.  In den meisten Fällen setzt eine verhaltensbedingte Kündigung voraus, dass Dich Dein Arbeitgeber zuvor mindestens einmal abgemahnt hat. Die Abmahnung dokumentiert deshalb zum einen, wann welches Fehlverhalten in welcher Form aufgetreten ist. Zum anderen belegt die Abmahnung als solches, dass Dich Dein Arbeitgeber wegen des Fehlverhaltens gerügt und gewarnt hatte.

 

Welche Voraussetzungen muss eine wirksame Abmahnung erfüllen?

Durch eine Abmahnung rügt Dein Arbeitgeber ein bestimmtes Fehlverhalten und stellt Dir Konsequenzen in Aussicht, wenn Du erneut gegen Deine Pflichten verstößt. Gleichzeitig gibt Dir Dein Arbeitgeber aber die Chance, Deine Verhaltensweisen zu ändern. Damit eine Abmahnung diese Wirkungen entfalten kann, muss sie grundsätzlich folgende Bestandteile enthalten:

  •  eine konkrete und eindeutige Beschreibung des vertragswidrigen Verhaltens.  In der Abmahnung muss Dein Arbeitgeber genau angeben, was vorgefallen ist. Dabei muss er auch den Ort, das Datum, die Uhrzeit und eventuelle Zeugen benennen. Es reicht nicht, wenn er die Rüge nur allgemein formuliert. So genügt es nicht, wenn er lediglich angibt, dass Du ständig zu spät gekommen bist, mehrfach unentschuldigt gefehlt hast oder die Anweisungen Deines Vorgesetzten regelmäßig nicht befolgst.
  •  eine unmissverständliche Rüge des Fehlverhaltens.  Dein Arbeitgeber muss klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass er Dein Verhalten beanstandet. Meist wird er Dich außerdem auf Deine Pflichten hinweisen und Dir aufzeigen, welches Verhalten richtig ist.
  •  eine klare Aufforderung zu vertragstreuem Verhalten.  Dein Arbeitgeber muss unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass er ein solches Fehlverhalten in Zukunft nicht dulden wird.
  •  eine Androhung von konkreten Konsequenzen im Wiederholungsfall.  Dein Arbeitgeber muss klar und eindeutig angeben, mit welchen Folgen Du rechnen musst, wenn Dein Fehlverhalten erneut auftritt. Auch hier reichen allgemeine Formulierungen nicht aus.

Widerspruch unterschreibenEine weitere Voraussetzung ist, dass Du von der Abmahnung Kenntnis erlangst. Das bedeutet, eine Abmahnung kann nur dann wirksam werden, wenn Du sie auch tatsächlich erhältst. Ob die Abmahnung mündlich oder schriftlich erfolgt, spielt dabei keine Rolle. Um nachweisen zu können, dass Du von der Abmahnung wusstest, wird sich Dein Arbeitgeber aber vielfach für eine schriftliche Abmahnung entscheiden. Ein Irrglaube ist allerdings, dass eine Abmahnung nur dann wirksam wird, wenn Du sie unterschrieben hast. Durch Deine Unterschrift bestätigst Du lediglich, dass Du die Abmahnung bekommen hast. Deine Unterschrift bedeutet aber nicht, dass Du die Abmahnung anerkennst. Da du somit durch Deine Unterschrift nur den Erhalt, aber nicht den Inhalt bestätigst, ist eine Abmahnung auch ohne Deine Unterschrift wirksam.

 

Was kann ich gegen eine Abmahnung unternehmen?

Eine Abmahnung wird in Deine Personalakte aufgenommen. Lässt Du Dir in der Folgezeit nichts mehr zuschulden kommen, verliert die Abmahnung nach einiger Zeit ihre Wirkung. Je nach Pflichtverstoß ist dies nach zwei oder drei Jahren der Fall. Es gibt aber auch schwerwiegende Pflichtverstöße, bei denen eine Abmahnung selbst nach fünf und mehr Jahren noch wirksam ist. Hat die Abmahnung ihre Wirkung verloren, kann Dich Dein Arbeitgeber wegen des darin gerügten Fehlverhaltens nicht mehr kündigen. Möchte er eine Kündigung aussprechen, muss er Dich stattdessen meist erst erneut abmahnen. Hast Du eine Abmahnung erhalten, hast Du mehrere Möglichkeiten, um dagegen vorzugehen:

  •  Grundsätzlich musst Du gar nichts unternehmen. Eine Abmahnung ist zwar eine Verwarnung und die Vorstufe zu einer verhaltensbedingten Kündigung. Aber Dein Arbeitgeber räumt Dir die Chance ein, Dich zu bessern und Dein Fehlverhalten künftig zu unterlassen. Nutzt Du diese Gelegenheit und lässt Dir nichts mehr zuschulden kommen, ist die Abmahnung früher oder später vom Tisch.
  •  Du kannst eine Gegendarstellung verfassen.  Hat Dich Dein Arbeitgeber abgemahnt, bist Du nicht verpflichtet, Gegenschritte einzuleiten. Allerdings hast Du das Recht auf eine Anhörung. Das bedeutet, Du kann eine Erklärung verfassen, in der Du Deine Sicht der Dinge schilderst. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, Deine Gegendarstellung ebenfalls in die Personalakte aufzunehmen.
  •  Hältst Du die Abmahnung für nicht berechtigt, hast Du das Recht, Dich zu beschweren.  Auch hierbei kannst Du eine Gegendarstellung verfassen und Deinen Arbeitgeber auffordern, die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen. Gibt es einen Betriebsrat, kannst Du ihn zu Deiner Unterstützung und als Vermittler einschalten. Dein Arbeitgeber prüft den Sachverhalt daraufhin noch einmal. Stellt sich heraus, dass die Abmahnung tatsächlich ungerechtfertigt war, muss er sie zurücknehmen.
  •  Ist die Abmahnung aus Deiner Sicht ungerechtfertigt, aber Dein Arbeitgeber beharrt darauf, kann Du Klage erheben.  Ein Arbeitsgericht wird dann feststellen, ob die Abmahnung berechtigt oder unberechtigt ist. Allerdings solltest Du Dir eine Klage gut überlegen. Zum einen wird dadurch das Arbeitsverhältnis nämlich noch mehr belastet. Zum anderen kann es zwar sein, dass Dein Arbeitgeber die Abmahnung zurücknehmen und aus der Personalakte entfernen muss. Gleichzeitig wird er aber vor Gericht Hinweise erhalten, wie er in Zukunft rechtssichere Abmahnungen gestalten muss.

Bestimmte Fristen musst Du übrigens nicht einhalten. Warum das so ist, kann Du hier  Abmahnung Fristen nachlesen. Du selbst kannst also entscheiden, ob, wann und wie Du gegen eine Abmahnung vorgehen möchtest.